Mit seinem „Verein für Weltweite Nothilfe“ unterstützt Georg Jachan aus Gföhl bei Krems in Niederösterreich hilfsbedürftige Menschen & Tiere in vielen Ländern – aktueller Schwerpunkt ist die Ukraine. Doch mittlerweile stockt der Nachschub an Hilfsgütern – Spenden in jeglicher Form werden dringend benötigt.

 

Seit seiner Gründung 2015 unterstützt ProPferd auch Vereine für Menschen & Tiere in Not. Seit längerem verfolgen wir die Einsätze vom „Verein für weltweite Nothilfe“ von Georg Jachan aus Gföhl bei Krems in Niederösterreich.

Georg Jachan ist so etwas wie der gute Mensch von Gföhl: Er erreicht mit seinem „Verein für weltweite Nothilfe“ Menschen und Tiere in den Ländern, in denen er ein Netzwerk an Unterstützern aufgebaut hat – so etwa in Österreich, Rumänien, Syrien, Pakistan und über seine jahrelange Hilfe für Waisenhäuser in der Ukraine.

Seit Beginn des Krieges in der Ukraine gingen durch seine Initiative mit der Spedition Brantner Gruppe aus Krems nicht weniger als 20 40-Tonner und zig private Kleinbusse gefüllt mit Hilfsgütern zu bedürftigen Menschen und Tieren in die Ukraine. Inzwischen fehlt es an Nachschub, wie Georg Jachan im Interview mit ProPferd verrät.

ProPferd: Was brauchen Sie konkret am dringendsten für die Menschen und Tiere vor Ort?

 

Georg: Aufgrund unserer guten Vernetzung liefern wir mittlerweile fast überall in der Ukraine. Im Westen steigt die Zahl der Binnenflüchtlinge täglich. Mit anderen Worten: Es wird alles gebraucht, von Bekleidung, Matratzen, Decken, Lebensmittel, Tierfutter bis zu medizinischen Bedarfsmaterialen, Medikamenten, wie medizinischem Gerät. Wir versuchen aufgrund steigender Treibstoff- und Transportpreisen, so viel wie möglich in der Westukraine, wie im angrenzenden Rumänien einzukaufen. Finanzielle Unterstützung wird somit immer wichtiger.

 

ProPferd: Georg, Ihre Unterstützer und Sie transportieren die gespendeten Hilfsgüter persönlich ins Kriegsgebiet. Sind Sie mutig, verrückt oder lebensmüde?

 

Georg: Vermutlich von allem ein bisschen 😊 Primär bin ich aber ein empathischer Mensch, der das Leid anderer nicht erträgt und keinesfalls tatenlos zusehen kann, wenn Unrecht geschieht. Ich denke dass ich eine entsprechende Diagnose habe, sofern es ein „Michael-Koolhaas- Syndrom“ gibt 😊

 

ProPferd: Wie reagieren die Menschen, wenn Sie mit Hilfe Ihrer Unterstützer vor Ort über zig geheime Umwege in den Dörfern und Kleinstädten ankommen?

 

Georg: Unsere Hilfe wird immer angenommen. Die Menschen freuen sich oft maßlos, wenn das restliche Europa nicht auf sie vergessen hat. Oft ist die Verwunderung groß, dass gerade ein Österreicher hilft und bis zum Entladeort durchgekommen ist.

 

ProPferd: Wir sind eine Pferde-Plattform und berichten über inländische und ausländische Tierorganisationen, so beispielsweise über Equiwent. Sie hingegen versorgen Straßenhunde/Katzen & Tierheime im Kriegsgebiet. Was wird dort am dringendsten benötigt?

 

Georg: Wie immer halten wir erst Rücksprache mit den Menschen vor Ort. Wir liefern nur, was gebraucht wird. Bedarf an Tiernahrung besteht praktisch immer. Wir lieferten auch schon Fisch-, Schildkröten- und Papageienfutter.

 

ProPferd: Seit Beginn des Krieges in der Ukraine fahren Sie persönlich in das Kriegsgebiet und wollen demnächst mit Ihren Unterstützern in den Donbass vorstoßen. Es heißt, dort kommt niemand mehr durch. Weshalb versuchen Sie es trotzdem?

 

Georg: Weil es immer einen Weg gibt. Ich habe seit 2018, als ich bereits Hilfsgütertransporte über Odessa in den Donbass brachte, sehr gute Kontakte zum Militär aufgebaut und vor allem habe ich Freunde in der Ukraine. Menschen auf die ich mich verlassen kann und denen ich vertraue. Networking ist alles.

 

ProPferd: Georg, die Hilfsbereitschaft zu Beginn des Krieges in der Ukraine war großartig. Firmen, Vereine und Privatleute waren sehr engagiert, geradezu euphorisch zu helfen. Woran liegt es aber, dass die allgemeine Spendenbereitschaft nach drei Monaten Krieg in der Ukraine sinkt?

 

Georg: Ich kann jetzt nicht für andere sprechen, Was mich angeht, ist Beharrlichkeit eine meiner wenigen Stärken und ich lasse niemanden im Stich.

 

ProPferd: Wie motivieren Sie Menschen trotz eigener Sorgen im Land, weiterhin großzügig zu bleiben?

 

Georg: Ich denke, dass uns viele Menschen unterstützen, da wir auch in Österreich und Deutschland Menschen in Not helfen. Dass die Spendenbereitschaft direkt proportional zur wirtschaftlichen Entwicklung und Wohlstand steht, ist leider unabdingbar.

Ich mache in jedem Fall weiter – auch, wenn weniger gespendet wird und die allgemeine Hilfsbereitschaft sinkt♥

 

ProPferd: Vielen Dank dafür – weiter alles Gute, und kommen Sie gesund wieder!